Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

EFRE-Förderung

Die Microtec GmbH wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert:

 

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Das Volumen an Nebenströmen der Lebensmittelindustrie nimmt aufgrund zunehmender Verarbeitung und Konfektionierung der Rohstoffe zu, welche als Futter- und Düngemittel oder thermisch entsorgt werden. Kartoffelrestfruchtwasser (KRFW) stellt einen Nebenstrom der Kartoffelstärkeproduktion dar. Trotz der wertvollen Inhaltsstoffe wie essentielle Aminosäuren, Phosphate und Spurenelemente wird KRFW heute als flüssiges Düngemittel „entsorgt“. Ein Konzentrieren und Verarbeiten zu z. B. Lebensmittel oder Futtermittel scheitert zurzeit an der Wirtschaftlichkeit. Die Kosten der Aufarbeitung sind höher als die zu erzielenden Preise der Produkte.

Das Vorhaben zielt darauf ab, einen Einsatz für KRFW zu finden, der eine nachhaltig wirtschaftliche Verwertung und damit eine Wertsteigerung sicherstellt. Außerdem steht im Vordergrund ein Verfahren zur Aufbereitung des KRFW zu entwickeln. Ziel ist hierbei ein aufbereitetes höherwertiges Hefederivat herzustellen, das in der Futtermittel- als auch in der Nahrungsmittelindustrie Einsatz finden soll. Die mengenmäßig größte Gruppe der fermentativ gewonnenen Produkte basieren auf Hefe. Dazu zählen auch die Hefebestandteile wie Hefeextrakt, Hefezellwände oder daraus gewonnene beta-Glucane. Auf Grund seines hohen Protein- und Nucleotidgehalts ist der Hefestamm Klyveromyces marxianus bspw. besonders für die Produktion von z. B. Hefeextrakten geeignet.

Ziel des Projektes ist die Verfahrensentwicklung der Verwertung von KRFW zur Generierung eines innovativen Verfahrens, welches eine optimale Rohstoffverwertung ermöglicht.  Weiterhin soll mithilfe des Verfahrens ein Nebenstrom der Lebensmittelbranche mit dem Ziel der ökonomischen Wertsteigerung aufbereitet werden. Mithilfe einer Fermentation mittels Hefen soll das KRFW aufbereitet werden. Hierzu werden unterschiedliche Hefen in der Anwendbarkeit und der Wachstumsfähigkeit auf KRFW untersucht. Weiterhin wird der Prozess hinsichtlich der Substrateigenschaften und die Auswirkungen auf das Wachstumsverhalten von Hefe eingestellt. Die Entwicklung nachstehender Aufbereitungsverfahren der Fermentationsbrühe sind notwendig, um dieses als Endprodukt vermarkten zu können. Die Anwendung des aufbereiteten KRFW soll hinsichtlich des ernährungsphysiologischen Wertes, der Aufnahmebereitschaft auf die Tierernährung geprüft werden.

Außerdem wird im Rahmen dieses Projektes auch die Anwendung weiterer Nebenströme der Stärkeindustrie zur Fermentation von Hefen betrachtet. Nebenströme der Weizenstärkeindustrie, als auch Kartoffelpülpe bieten hinsichtlich der Anwendung ebenso hohes Potential zur Hefefermentation, wie KRFW. Dies wird jedoch nicht im vollen Umfang, wie es für KRFW angedacht ist, möglich. Wird jedoch deutlich, dass Abwässer der Weizenstärkeindustrie für die Hefefermentation vielversprechender sind, ist eine Kombination der Nebenströme möglich, um eine optimale Fermentationsleistung zu erzielen.

Somit wird ein Verfahren zur Hefefermentation auf Grundlage von Nebenströmen der Lebensmittelindustrie entwickelt. Hierbei soll ein hochwertiges Endprodukt entwickelt werden, dass in der Futtermittelbranche eingesetzt werden soll. Auch ein höherwertiges Düngemittel ist möglich oder die Anwendung der Hefeextrakte nach Aufbereitung der Fermentationsbrühe für die Nahrungsmittelbranche. Auch für die Anzucht von Mikroorganismen stellen Hefeextrakte aufgrund der Zusammensetzung ein sehr gut geeignetes Substrat dar.